• Zeckenprophylaxe für Haustiere

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Zeckenprophylaxe für Haustiere

Kaum zeigen sich im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen, stehen Haustierbesitzer Jahr für Jahr vor demselben Problem: Wie schütze ich mein Tier vor Zeckenbissen? Tatsächlich sind die kleinen Quälgeister ab Temperaturen von acht Grad Celsius besonders aktiv. Im Frühjahr und Herbst ist die Gefahr von Zeckenbissen hoch. Grundsätzlich aber sollten Sie Ihr Haustier durchgängig von Februar bis Oktober schützen. 

Warum sind Zeckenbisse so gefährlich?

Der Zeckenbiss an sich tut Ihrem Haustier nicht weh. Das Gefährliche ist, dass Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose übertragen können. Die meisten Erreger werden allerdings erst nach frühestens zwölf Stunden übertragen. Daher ist es so wichtig, dass Sie Ihren Vierbeiner nach jedem Spaziergang oder spätestens am Abend nach Zecken absuchen. 

Die Impfung gegen Zecken

Eine Impfung gegen Zecken gibt es so nicht. Sie als Haustierbesitzer sollten Ihren Vierbeiner aber vor den Krankheiten schützen, die durch Zecken übertragen werden können und die entsprechend Impfung beim Tierarzt vornehmen lassen. Dazu zählt in erster Linie die Impfung gegen Borreliose. Diese Krankheit wird durch Zecken auf den Hund übertragen und zeigt sich durch Symptome wie Gelenkentzündungen, Mattheit und Fieber. Die Behandlung erfolgt durch die Gabe von Antibiotika, ist aber sehr langwierig und zieht sich über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen hin. Eine Borreliose Impfung ist daher sinnvoll, zumal in Deutschland etwa jede dritte Zecke mit dem Erreger infiziert ist. Geimpft werden Welpen ab einem Alter von zwölf Wochen; die Wiederholungsimpfung findet nach ein paar Wochen statt. Die Auffrischungsimpfung sollte bei erwachsenen Hunden einmal im Jahr erfolgen. Auch für den Menschen sind die Borreliose Bakterien übrigens gefährlich; ebenso wie die FSME Viren. Eine FSME Impfung wird daher allen Menschen in Risikogebieten empfohlen. Die Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis ist deshalb so tückisch, weil es noch keine wirkungsvollen Medikamente gegen sie gibt. 

Übrigens: Für Katzen wird keine Borreliose Impfung angeboten. Der Grund: Das Immunsystem von Katzen ist ausreichend gegen die Erreger gewappnet, so dass sie gegen die Krankheit immun sind. Auch eine Virusinfektion durch Zecken, die zu FSME führt, ist bei Stubentigern äußerst selten. Vor Zeckenbissen sind Katzen natürlich auch nicht geschützt. Suchen Sie also die Katze ebenso wie den Hund am besten jeden Abend nach Zecken ab und entfernen Sie sie zeitnah. 

Weitere Möglichkeiten der Zeckenvorsorge

In Apotheken und dem Tierfachhandel werden Zeckenschutzpräparate für Hunde und Katzen in Hülle und Fülle angeboten. Welches Mittel aber ist eine sinnvolle Ergänzung zur Impfung? 

Am bekanntesten ist sicher das Präparat Frontline. Dieses ebenso wie das Mittel Exspot konnte auch in einem Test der Stiftung Warentest punkten und wurde als sehr gut verträglich eingestuft. Als Tierbesitzer sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass diese Mittel viel Chemie enthalten. Was als besonders natürlich angepriesen wird, ist nur selten wirksam oder fällt durch einen unangenehmen Geruch auf. Diverse andere Produkte, die mit Ultraschallwellen oder Ähnlichem arbeiten, konnten im Praxistest ebenfalls nicht überzeugen. Gleiches gilt für bekannte Hausmittel wie Knoblauch- oder Leinöl. Auch deren Wirksamkeit ist nicht bewiesen. 

Wenn Sie sich im Handel umsehen, werden Sie feststellen, dass die Auswahl an Zeckenschutzmitteln für Hunde größer ist als die für Katzen. Der Grund: Der Stubentiger reagiert häufig allergisch auf viele der Inhaltsstoffe, zum Beispiel auf Permethrine. 

Egal für welches Zeckenschutzmittel Sie sich entscheiden: Lesen Sie sich die Gebrauchsanweisung genau durch. Bei den meisten Mitteln handelt es sich um ein sogenanntes Spot on. Es wird also auf eine bestimmte Körperstelle des Tieres gezielt aufgetragen. Am besten tragen Sie das Mittel auf den Nacken des Tieres auf, wo es nicht abgeleckt werden kann. Tragen Sie es direkt auf die Haut auf und vermeiden Sie es, mit dem Mittel in direkten Kontakt zu kommen. Solche Mittel sind ausschließlich für gesunde Hunde geeignet. Leidet Ihr Tier an einer chronischen Krankheit oder gar einer Hautkrankheit, halten Sie vor der Anwendung unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt. Es gibt aber auch Halsbänder, die einen Zeckenschutz beinhalten. Diese Halsbänder sollten permanent getragen werden. Nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten. 

Am besten sprechen Sie die Verwendung eines Zeckenschutzmittels mit Ihrem Tierarzt ab. Unter Umständen ist die Gabe eines solchen Mittels gar nicht nötig. Einige Tiere bleiben von Zecken weitestgehend verschont, während andere Vierbeiner sie förmlich anziehen. Auch ist es stark von der Region abhängig, in der Sie leben. Während einige Gebiete echte "Zeckenhochburgen" sind, ist die Zeckendichte in anderen Regionen deutlich geringer. 

Erste Hilfe bei einem Zeckenbiss

Trotz größter Vorsicht kann es doch passieren, dass Ihr Hund oder Ihre Katze einen Zeckenbiss haben. Wenn die Tiere im hohen Gras oder im Wald herumstromern, lässt sich das kaum vermeiden. Trauen Sie es sich selbst zu, die Zecke zu entfernen, ist eine Zeckenpinzette auf jeden Fall hilfreich. Über das richtige Entfernen der Zecken kursieren einige Gerüchte. Soll man das Tier nun links- oder rechtsherum drehen, um es vollständig zu entfernen? Drehende Bewegungen sind grundsätzlich eher nicht zu empfehlen, da so Teile der Zecke feststecken können. 

Wichtig ist, dass sie die Zecke möglichst zeitnah entfernen, damit sie keine Krankheitserreger übertragen kann. Gehen Sie mit der Pinzette möglichst nah an die Haut heran und ziehen Sie sie vorsichtig heraus. Warten Sie im Zweifelsfall einige Sekunden, bis sich die sogenannte Kittschicht gelöst hat. Dann können Sie die Zecke ganz einfach entfernen. Versuchen Sie nicht, die Zecke mit den Fingern zu entfernen. So können Sie sie quetschen, was zur Folge hat, dass Krankheitserreger übertragen werden. Gehen Sie beim Entfernen der Zecke langsam vor und reißen Sie sie nicht mit einem Ruck heraus. Dann kann es passieren, dass Teile der Zecke im Körper des Haustieres bleiben. 

Bevor Sie die Zecken an Ihrem Haustier entfernen, müssen sie natürlich erst einmal entdeckt werden. Das ist bei langem und dunklem Fell gar nicht so einfach. Erst wenn sich die Zecke mit Blut vollgesaugt hat, kann sie meist recht gut ertastet werden. Dann erreicht sie eine Größe von bis zu einem Zentimeter. Kleinere Zecken hingegen müssen Sie schon genau suchen. Körperstellen, wo sich die Zecken besonders gerne aufhalten, sind die Achseln, die Innenschenkel und auch die Ohren. Am besten suchen Sie Ihr Tier nach jedem Spaziergang gründlich ab.

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